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Wir über uns

 

Unser Spiellokal befindet sich im Ortsteil Mörsch in der Forchheimerstr. 3

(so finden sie uns)

im Jugendhaus der Bernhardushalle (Übungsraum im KG, Eingang rechts des Restaurants "Akropolis").

 

Trainingsabend: Jeden Dienstag um 20:00 Uhr

 

Jugendliche während der Schulzeit ab 19:30 Uhr

Bitte vorher Absprache mit dem Jugendwart 

E-Mail: Jugendwart(at)Schachclub-Rheinstetten-1947.de

 

Gäste sind jederzeit willkommen.

Eingang

 

 


 

 

Schachgedicht (von Helmut Weiß)


Am Dienstagabend gegen acht
hat er sich auf den Weg gemacht
und wird – urplötzlich- ganz vital
so kurz vor dem Vereinslokal.


Vergessen ist, was ihn tagsüber hat geschafft,
das Schachspiel, das verleiht ihm neue Kraft.
Ein Partner wartet schon auf ihn,
möcht‘ ebenfalls den Alltagssorgen schnell entflieh’n.


Und so vertiefen sich die beiden,
sie denken nach, bevor sie sich entscheiden.
Ein jeder strapaziert die grauen Zellen,
will seinem Gegenüber Fallen stellen.


Jedoch, bevor ich weiter euch berichte,
erzähl‘ ich kurz aus der Geschichte.


Vor langer Zeit im Morgenland,
das Datum ist uns nicht bekannt,
erfand ein kluger Mensch ein Spiel,
das seinem König wohl gefiel.


Tiefgründig war’s und voller Tücken,
tat auch den pers’schen Schah beglücken.
Nach seinem Titel ward’s benannt
und ist uns heut‘ als „Schach“ bekannt.


Das Spiel ist konzipiert als Schlacht,
zwei Feldherrn kämpfen um die Macht.
Als Schlachtfeld dient stets ein Quadrat,
das 64 Felder hat.
Ein Jeder hat nur 16 Mann,
muss damit zeigen, was er kann.
Am Anfang herrscht ein Kräftepatt,
am Ende heißt’s nicht selten: Matt!


Es ist ein Kampf um Raum und Zeit,
und ist das Schachfeld auch nicht breit -
vielfältig sind die Möglichkeiten,
dem Gegner Kummer zu bereiten.
Entscheidend ist die Strategie,
denn ohne Plan gewinnt man nie.


Erfolg hat so ein Plan nur dann,
wenn man ihn nicht durchkreuzen kann.
Schon mancher sah sich auf der Siegerstraße
und fiel durch einen Konter auf die Nase.


Der Mann, um den sich alles dreht,
recht friedlich in der Mitte steht.
Der König, dieses faule Stück,
hält sich in diesem Kampf zurück.
Er schickt zunächst die Bauernfront,
dieweil er sich von hinten sonnt.


Die Infant‘rie ist übel dran,
nie darf zurück ein Bauersmann.
Als Kavallerie stehen zwei Springer bereit,
sie springen zwar seltsam,
doch nicht sonderlich weit.
Die Läufer dagegen eilen geschwind,
doch nur, wenn Diagonalen geöffnet sind.
Die Türme bilden einen starken Wall,
Beweglichkeit ist nicht ihr Fall.
Doch hat man für sie offene Linien geschaffen,
so sind sie vortreffliche Langstreckenwaffen.


Was wär‘ so ein König ohne ‘ne Frau?
Ein armes Würstchen, ihr wisst es genau…
Die Dame ist schon sehr geplagt
und hat darob noch nie geklagt.
Ihr kämpferisches Naturell
entschied so manche Schlacht recht schnell.


Sie stürzt sich in das Kampfgetümel,
was macht ihr Gatte, dieser Lümmel?
Wenn’s ihm zu nütze, opfert er sie auf -
ja, ja, so ist der Welten Lauf.
Allein des Königs Sieg steht stolz in den Annalen,
verschwiegen werden Bauern und Offiziere
die dafür mit dem eig’nen Leben mussten zahlen.


Was ist von einem solchen Spiel zu halten
zur höher’n Ehre nur des machtbesess’nen Alten?
Ist’s ein Relikt nur aus vergang’ner Zeit,
quasi als Huldigung der Obrigkeit?
Oder ist’s Ausdruck gar von altem Kämpfergeist,
dem – unbedacht- man Reverenz erweist?


Nein, niemand wird zum Kampf gezwungen,
auch werden Siege stets symbolisch nur errungen.
Ein Weit’res ist beim Schachspiel gut -
‘s gibt Opfer zwar, doch fließt kein Blut.
Die Kontrahenten reichen sich am Ende
in aller Regel freundschaftlich die Hände.


Wer eben noch vernichtend ward geschlagen,
kann hinterher ein neues Spielchen wagen.


Schach war bekanntlich nie ein Spiel der Massen,
obwohl die Regeln einfach sind, ist es nur schwer zu fassen.
Es ist, fürwahr, ‘ne eig’ne Welt,
die einzig und allein dem Könner sich erhellt.

Wir sind bestrebt, uns diese Welt allmählich zu erschließen.
Rückschläge sollten uns dabei auch nicht verdrießen.
Und dieses ständ’ge Vorwärtsstreben
ist nicht nur Spiel – ist unser Leben.


Doch möcht‘ ich nicht weiter philosophieren,
sondern euch zurück in unser Spiellokal führen.
Dort sitzen, vielleicht erinnert ihr euch schwach
unsre beiden Freunde gemütlich beim Schach.
Haben sich unterdessen nichts geschenkt,
ihr Denken auf vertrackte Bahnen gelenkt.
Und gelang dem einen ein Meisterstück,
holt ihn der And’re auf den Boden der Realität zurück.
Doch eines stimmt uns sehr versöhnlich -
man nimmt das alles nicht persönlich.


Um Mitternacht geh’n im Spiellokal die Licht aus
und alle kehren müd‘, doch zufrieden nach Haus.


Sonntags d‘rauf war auswärts ein Verbandsrundenspiel zu bestreiten,
‘s war Winter und nur ungern stand ich auf beizeiten.
Um halb neun sollte Abfahrt sein,
doch steh‘ ich frierend ganz allein
vor der verschloss‘nen „Morgenröte“. (*)
Wenn mir jetzt einer Tee anböte,
so ging ich in die Wirtschaft rein
und ließe Schachspiel Schachspiel sein.


Allmählich bin ich sehr verwirrt -
hab‘ ich mich im Termin geirrt?
Doch nein, bald finden sich noch and’re ein
und frier’n wie ich an Kopf und Bein.
Und läg‘ nicht einer noch im Bett,
dann wär‘ das ganze Team komplett.


Der Mannschaftsführer wählt des Langschläfers Nummer
und reißt ihn jäh aus tiefstem Schlummer.
Der Arme muss sich wirklich sputen,
man gibt ihm höchstens zehn Minuten.
Mit kurzem Atem, rotem Kopf
erscheint dann unser armer Tropf
samt Frühstücksbrot am Abfahrtsort
in acht Minuten – Weltrekord!


Man quetscht sich in zwei Autos rein,
das Polster könnt‘ bequemer sein…
Früh morgens sind die Straßen frei,
zum Glück schläft noch die Polizei.
Um die Verspätung wettzumachen,
so fahr’n wir jetzt mit 150 Sachen.
Im Rasen sind wir sehr erfahren,
wir praktizier’n das schon seit Jahren!

Und niemand muss deswegen jetzt erbleichen,
wir konnten unser Ziel erreichen,
konnten auch pünktlich fast beginnen
am Ende sogar klar gewinnen.


Die Zeit verstrich dabei im Nu,
zu Hause aßen sie Ragout…
derweil, da knurrte mir der Magen.
Dann, endlich, saßen wir im Wagen.


Zu Hause war’n wir kurz nach drei,
der Nachmittag war fast vorbei…
Als meine Frau das Essen mir gewärmt,
hab ich von meinem Spiel geschwärmt.
Darauf blickte sie mich zärtlich an
und meint: Du bist ein Supermann!
Bringt mir sogar ein kühles Bier,
inzwischen ist es kurz vor vier.
Sie ging jetzt gern mit mir spazieren,
doch ich muss unbedingt meine Partie analysieren.
Und auch danach bringt sie mich nicht aus dem Haus,
denn ich bin völlig geplättet und ruhe mich aus.


Hab ich gar verloren, sollte man besser mich meiden –
Ja, Spielerfrauen sind echt nicht zu beneiden,
denn eines wissen sie nur zu genau:
Erst kommt die Dame, dann die eigene Frau!
Wem wird ob dieser Erkenntnis nicht bang?
Die Schachkarriere dauert ein Leben lang!


* Morgenröte (Gaststätte in Rheinstetten), Treffpunkt zur Abfahrt
 

Der Verfasser Helmut Weiß ist Mitglied im Schachclub Rheinstetten, spielt dort in der ersten Mannschaft und ist beim Spieleabend (Dienstags um 20 Uhr) immer für das ein oder andere spannende Gambit zu haben. Danke, Helmut, für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

 

 

Liebe Schachkollegen,

den hier eingestellten Fund aus den Tiefen der Homepage möchte ich Euch nicht vorenthalten, wart Ihr doch damals live dabei und habt die ä-ein oder andere gute Erinnerung daran.

 

Auswahl historischer Dokumente:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schachclub Rheinstetten 1947 e.V.